Berlin Gesture Center | Interdisziplinäres BGC-Kolloquium

 

Vortrag von Cornelia Müller:

Gestische Darstellungsweisen oder die Verfertigung der Gedanken beim Reden und Gestikulieren

Samstag, 1. Juni 2007, 16 Uhr, im Rahmen der Eröffnung im Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16, 10117 Berlin-Mitte

 



Gesten sind keine beliebigen Bewegungen der Hände, sie entstehen nicht irgendwie – beiläufig oder zufällig. Viele der bedeutungsvollen Bewegungen der Hände greifen auch nicht auf ein ‚Lexikon’ vorgefertiger Gestenwörter zurück; die Gesten entstehen tatsächlich während des Sprechens, spontan und genau eingepaßt in den Fluß des Gesprächs. So beschreiben Sprecher gestisch Handlungen (das Öffnen einer Ofenklappe), Gegenstände (ein Bild oder eine Aufschrift), oder Vorgänge (fallenden Regen, Wind, glitzernde Lichtreflexe). Durch ihre Gesten zeigen uns Sprecher wie sie über diese Handlungen, Objekte, Ereignisse denken, was genau sie sich darunter vorstellen. Wie Gesten dies tun, welche Techniken der Darstellung Sprecher verwenden und was uns dies über die Verfertigung der Gedanken während des Redens mitteilt, ist Gegenstand des Vortrags.

Gestures are no random movements of the hands, they do not come into being in an accidental manner. Moreover, many of those meaningful movements of the hands do not rely on a ‚dictionary’ of prefabricated gesture “words”; many of them indeed evolve during speech, as spontaneous creations but finely tuned to and embedded into the flow of interaction. Speakers gesturally describe actions (the opening of an oven), objects (a picture or a writing on a wall), or events (rain falling down, wind blowing, or shimmering light). In doing this speakers show how they think of these actions, objects, and events. How gestures do this, which techniques of representation speakers use, and what this tells us about thinking while speaking will be the topic of this lecture.